Nachhaltige Beschaffung von Holz und Holzprodukten

Hintergründe und Zielsetzung

Die Ausgangslage

Um ein Signal für die große Bedeutung einer im Sinne des Nachhaltigkeitsprinzips umweltgerechten, sozialverträglichen und wirtschaftlich tragfähigen Bewirtschaftung der Wälder zu setzen, hat die Bundesregierung vereinbart, die Zertifizierung nachhaltig bewirtschafteter Wälder zu unterstützen und bei ihren Beschaffungsmaßnahmen nur Holz aus zertifizierten Beständen zu nutzen. Daher müssen Holzprodukte, die durch die Bundesverwaltung beschafft werden, aus nachweislich legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen. Lesen Sie bei Interesse, wie ich mich seit dem Jahr 2013 für eine korrekte Umsetzung des Holzerlasses einsetze (mehr lesen).

Der Nachweis kann durch ein Zertifikat eines anerkannten Zertifizierungssystems oder durch Einzelnachweise erbracht werden. Die bekanntesten Waldzertifizierungssysteme sind PEFC und FSC. Nicht nur die Öffentliche Hand, sondern immer häufiger fordern und erwarten gewerbliche und private Auftraggeber:innen eine solche Zertifizierung . 


Täglich werde ich gefragt, was Bieter:innen bei der Teilnahme an entsprechenden Öffentlichen Ausschreibungen zu beachten haben. Nehmen Sie sich bitte hierzu einige Minuten Zeit für meine Ausführungen. Hierbei handelt es sich um meine persönliche fachliche Meinung, gebildet aufgrund nachhaltiger Recherchen und Erfahrungen. 

Zunächst drei wichtige Begriffe:

1. Nachhaltige Waldbewirtschaftung
Nachhaltige Waldwirtschaft bedeutet, dass nur so viele Bäume gefällt werden, wie nachwachsen können und der Wald für die künftige Nutzung zur Verfügung steht und auf Dauer seinen Wert behält. Dieses Nachhaltgkeitsprinzip existiert in Deutschlandseit über 300 Jahren.
 

2. Zertifizierte Waldbewirtschaftung (FM-Zertifikate)
Die
Zertifizierung von Wäldern soll festgelegte Nachhaltigkeitsstandards bei der Waldbewirtschaftung garantieren. Die Produkte müssen umwelt- und sozialverträglich hergestellt werden. Auf die Einhaltung wird durch unabhängige akkreditierte Dritte durch laufende Überprüfung bei jedem Glied einer solchen Kette geachtet.


3. Zertifizierte Holzproduktkette (CoC-Zertifikate)
Die Holz-Produktkette (engl. Chain of Custody) dokumentiert den Fluss (Rückverfolgbarkeit) über die gesamte Lieferkette von Holzrohstoffen und Produkten vom Wald über alle Stationen bis zum Endprodukt/Endverbraucher:in. Die CoC stellt sicher, dass die Endprodukte auch wirklich die Anforderungen der entsprechenden - geforderten - Standards erfüllen. So soll zweifelsfrei nachvollziehbar sein, ob ein Rohstoff aus ökologisch, okonomisch und sozial nachhaltiger Gewinnung stammt.

Hinweis: Häufig enthalten Endprodukte Material aus unterschiedlichen (nicht zertifizierten, aber kontrollierten) Quellen. Deshalb werden Mindestwerte festgelegt, wie hoch der Anteil zertifizierter Materialien sein muss, damit das Endprodukt noch ein enstprechendes Siegel tragen darf.

CoC-Zertifikate zertifizierter Holzproduktketten

PEFC CoC-Zertifikat
PEFC ist nach eigenen Angaben die größte Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. In Deutschland sind mehr als 75% der Wälder nach dem PEFC-System zertifiziert (Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/bild/anteil-nach-pefc-bzw-fsc-zertifizierter-waldflaeche) 


FSC CoC-Zertifikat
FSC ist eine Organisation für die Absicherung wichtiger Umwelt- und Sozialstandards im Wald. Mit weltweit gültigen Standards. In Deutschland sind ca. 13% der Waldfläche nach FSC zertifiziert (Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/bild/anteil-nach-pefc-bzw-fsc-zertifizierter-waldflaeche)

IBT.EARTH CoC-Zertifikat
Mit dem TÜV Rheinland DIN CERTCO DIN ISO 38200 Multi-Site-Group Zertifikat IBT.EARTH Reg. Nr. 10C0003 vom 02.08.2022 wird dem IBT.EARTH Lieferkettensystem die Konformität mit dem DIN ISO 38200 Standard bestätigt. Dazu gehört u.a. die Kontrolle der Aufzeichnungen über die Herkunft des Holz-Rohstoffs

sowie die systematische Dokumentation der Materialströme. Eine Zertifizierungsaussage basierend auf einem PEFC- bzw.FSC-FM Zertifikat darf aus Markenschutzgründen nicht getroffen werden, ist jedoch über
entsprechende Aufzeichnungen und Dokumentationen als IBT.EARTH Aussage möglich.

IBT.EARTH erfüllt bundesweit die spezifischen Anforderungen aller öffentlichen Beschaffungsstellen bezüglich des Nachweises der Verwendung von Holz und Holzprodukten aus legaler und nachhaltiger Waldwirtschaft. IBT.EARTH zertifizierte Betriebe und Unternehmen können bei Vergabeverfahren für die Erklärung für die Verwendung von Holzprodukten (Formblatt 248) das IBT.EARTH® Zertifikat als Nachweis aufführen.

Mit einer klaren Aussage über die Herkunft aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung, d.h. FSC bzw. PEFC oder
vergleichbares FM Zertifikat kann das DIN CERTCOCoCZertifikat IBT.EARTH 10C0003 als gleichwertig im
Sinne des Beschaffungserlasses angesehen bzw. als Eigenerklärung gemäß Formblatt 2484, akzeptiert werden.

Die IBT.EARTH Zertifizierung analog DIN ISO 38200 Zertifizierung ist neu und daher relativ unbekannt. Ist aber völlig egal, denn IBT.EARTH erfüllt bundesweit die Voraussetzungen bei der Öffentlichen Beschaffung von Holz- und Holzprodukten und verfügt über ein innovatives Leistungs- und Kostenverhältnis.
 

Mit IBT.EARTH erfüllen Sie bundesweit die Voraussetzungen zur Nachweispflicht bei der Teilnahme an holzrelevanten Öffentlichen Ausschreibungen

Wann ist welches Zertifizikat sinnvoll?

Es ist von entscheidender Bedeutung, 

  • ob Sie für die Öffentliche Hand und/oder 
  • für gewerbliche und private Auftraggeber:innen 


tätig sind und welches Holz - nach welchem Standard zertifiziert - verwenden möchten/müssen.

 

Ihre gewerblichen und privaten Auftraggeber:innen dürfen die Zertifizierung eines bestimmten Systems, etwa PEFC und FSC, verlangen. Dazu müssen Sie als Auftragnehmer:in zwingend selber nach diesen Systemen zertifiziert sein, um entsprechende Deklarationen und Aussagen treffen zu dürfen.

Die Öffentliche Hand darf kein bestimmtes System verlangen. Die Holzbeschaffung ist im Bundes-Beschaffungserlass entsprechend geregelt. Diesem Erlass schließen sich bundesweit immer mehr Kommunen, Gemeinden, Städte und Bundesländer an. 

 

Das Land Berlin hat einen eigenen Beschaffungserlass. Auch das Land Berlin darf kein bestimmtes Zertifizierungssystem verlangen. Allerdings ist die Nachweisführung durch Einzelnachweise strenger geregelt als im Bundeserlass. 

Nachweisführung als Bieter:in bei der Teilnahme an Öffentlichen Ausschreibungen

Bei der Öffentlichen Hand ist die lückenlose Nachweisführung der Nachhaltigkeit der eingesetzten Hölzer bis (einschließlich) zum Auftragnehmer/Nachunternehmer zu belegen durch Vorlage

  • eines eigenen Zertifikats von FSC, PEFC,
  • eines eigenen vergleichbaren Zertifikats (IBT.EARTH), 
  • qualifizierten Einzelnachweis, erstellt durch unabhängige Dritte (in Berlin nur durch akkreditierte Stellen und nicht durch Gutachter),
  • einfachen Einzelnachweis, wenn die Ware bei einem zertifizierten Händler eingekauft wurde und nicht mehr verändert wird. Einfache Nachweise sind in Berlin ersatzlos gestrichen.

Nachweisführung gegenüber nichtöffentlichen Auftraggeber:innen

Ihre gewerblichen und privaten Auftraggeber:innen dürfen die Zertifizierung eines bestimmten Systems, etwa PEFC und FSC, wie auch IBT.EARTH, verlangen. Dazu müssen Sie als Auftragnehmer:in zwingend selber nach diesen Systemen zertifiziert sein, um entsprechende Deklarationen und Aussagen treffen zu dürfen.

Als Nachweisführung gelten hier die Zertifikate der eigenen Zertifizierung mit entsprechenden Umsetzungen der Standrards dieser Systeme.

Das DIN ISO 38200 IBT.EARTH System ist im nichtöffentlichen Wettbewerb noch relativ unbekannt und wird "natürlich" auch von renomierten Systemen angegangen, da es sich um einen sehr lukrativen Markt handelt.

Sind Einzelnachweise eine Alternative? 

Bedingt. Einzelnachweise (einfache und qualifizierte) gelten bei vielen Innungen und Verbänden als die vermeintlich beste Lösung, sind aber häufig kompliziert, stressig und teuer und müssen für jeden Bauabschnitt, jedes Bauvorhaben neu gefertigt und vorgelegt werden und sind in einigen Fällen gar nicht erlaubt.

In Berlin beispielsweise werden einfache Einzelnachweise nicht anerkannt, qualifizierte Einzelnachweise werden ausschließlich von akkreditierten Stellen (wie TÜV Rheinland DIN CERTCO) akzeptiert und nicht von Sachverständigen und auch nicht von Gutachtern der Kammern.

IBT.EARTH löst eine groteske Situation für Bieter:innen bei der Teilnahme an Öffentlichen Beschaffungen

Die Ausgangslage: PEFC und FSC sind zwei im Markt konkurrierende Systeme, welche sich gegenseitig nicht anerkennen. Um ein Produkt nach den PEFC- und FSC-Standardvorgaben als zertifiziert bezeichnen zu dürfen, müssen die Betriebe selber nach diesen Standards zertifiziert sein. Ist man nur nach einem der Systeme zertifiziert, darf man das Holz des anderen Systems als nicht selber zertifizierter Betrieb nicht als zertifiziert bezeichnen. Eine aufwendige und teure Doppelzertifizierung nach beiden Systemen war bisher die gängige Empfehlung.

Aber auch diese zeit- und kostenintensive Form bringt viele Betriebe und Unternehmen häufig nicht weiter: Wird ein Holzfenster beispielsweise zu 60% aus PEFC-zertifiziertem und zu 40% aus FSC-zertifiziertem Holz hergestellt, gilt dieses Produkt aufgrund der Richtlinien beider Systeme nicht als zertifiziert, da der zertifizierte Anteil aus jeweils einen der Systeme mindestens 70% betragen muss. 

 

Zur Erläuterung: Das Fenster aus meinem Beispiel besteht zu 60% aus PEFC- und zu 40% FSC-zertifizierten Anteilen. Faktisch zu 100% aus Holz aus zertifizierten Wäldern. Es darf aber - aufgrund des Inakzeptanz beider Systeme untereinander -  das faktisch zu 100% zertifizierte Holz und somit das hergestellte Produkt nicht als entsprechend zertifiziertes Produkt dieser Systeme bezeichnet werden. Selbst dann nicht, wenn Betriebe nach beiden Systemen (PEFC und FSC) zertifiziert sind. Nachhaltiges, zu 100 % zertifiziertes, Holz wird somit regelrecht abgewertet.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden hier meines Erachtens hochgradig ad absurdum geführt. 

IBT.EARTH . Ein alternatives Zertifikakt. Effektiv im Sinne des Klimaschutzes.

Da so etwas im Sinne des Klimaschutz nicht effektiv ist, hat It's Business Time auf der Grundlage der DIN ISO 38200:2018 Lieferkette (Chain-of-Custody) von Holz und Holz basierten Produkten das IBT.EARTH® Lieferkettensystem entwickelt und markenrechtlich schützen lassen. Nach diesem, von privatwirtschaftlichen Interessen unabhängigen internationalen und einheitlichen Standard für die weltweit anerkannte Herkunftsnachweisführung ist IBT.EARTH durch TÜV Rheinland DIN CERTCO zertifiziert. 

It's Business Time unterstützt ihre angeschlossenen Franchisenehmer:innen mit dem innovativen und markenrechtlich geschützten IBT.EARTH Lieferkettensystem. Dies dient der Lokalisierung von Holzrohstoff- und Holzproduktströmen auf der Grundlage ökologisch, ökonomisch, sozial nachhaltiger und zertifizierter Waldbewirtschaftung. Unabhängig dacon, zu welchen zertifizierten Teilen anerkannter Zertifizierungssysteme es hergestellt wird. So werden Transparenz und Chancengleichheit unter Beachtung eines fairen Wettbewerbs im Sinne des Klimaschutzes geschaffen.

Mit ihrem Anschluss an das IBT.EARTH® Netzwerk für Nachhaltigkeit leben die Betriebe und Unternehmen Klimaverantwortung für Mensch und Umwelt und betreiben perfektes Umweltmarketing und haben die Möglichkeit zum Beitritt in die 
 

  • DIN ISO 38200 Multi-Site-Group IBT.EARTH 10C0003


Der Beitritt bestätigt den It's Business Time angeschlossenen Betrieben und Unternehmen, dass sie Holz aus verantwortungsbewusst bewirtschafteten und zertifizierten Wäldern verwenden und dieses Material in allen Produktions- und Handelsprozessen rückverfolgbar ist: vom Forstverwalter bis zum Hersteller des Endprodukts. 

IBT.EARTH

  • vermeidet Irritationen und Nachteile, welche sich durch einen Wechsel von Zertifikaten der Systeme FSC und PEFC entlang der Produktkette ergeben können. 
  • ermöglicht die Bestimmung des Anteils an zertifiziertem Holz – also der Summe an FSC- und PEFC-Zertifikaten. Nach diesen Systemen zertifizierte Materialien und Mengen müssen beim IBT.EARTH System nicht getrennt voneinander betrachtet und gehandelt werden.  
  • erfüllt bundesweit die spezifischen Anforderungen aller öffentlichen Beschaffungsstellen bezüglich des Nachweises der Verwendung von Holz und Holzprodukten aus legaler und nachhaltiger Waldwirtschaft. Bei der bundesweiten Teilnahme an Öffentlichen Ausschreibungen, welche Holz und Holzprodukte als Teile der Leistungsbeschreibungen beinhalten, müssen IBT.EARTH Zertifikate den CoC-Zertifikaten von PEFC und FSC im Sinne der Beschaffungsregelung des Bundes als gleichwertig beurteilt werden. 
  • zertifizierte Betriebe und Unternehmen können bei Vergabeverfahren für die Erklärung für die Verwendung von Holzprodukten (Formblatt 248) das IBT.EARTH® Zertifikat als Nachweis aufführen.


 

Hinweis: Die Markenverwendungen und Deklarationen PEFC und FSC dürfen nur von solchen Betrieben und Unternehmen verwendet werden, welche selber nach den jeweiligen Standards zertifiziert sind. 

Kontakt zu Bernd Bielen:

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Bernd Bielen - in Kooperation mit: